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Modern Virtual Banking

Online vs. Mobil

Ein milliardenschwerer Zukunfstmarkt

Preview Abbildung von Smartphone mit Strichcode und Scanner

"Mobile Payment". | photo by Richard Tanzer Fotografie | provided by Wikimedia Commons | © CC BY-SA 3.0

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Lesedauer: 4 mins

Internetnutzung nach Umfragen aus dem Jahr 2006, 1 Quartal
71% Preisvergleich
57% Kauf/Verkauf von Waren, Auktionen (wie ebay)
55% Reise buchen
51% Online-Banking
36% Nachrichten aus Politik
35% Wirtschafts- und Börsennachrichten
11% Versicherungen
11% Online-Brokerage (Aktienhandel)

Internet-Nutzer
Fast 65 Prozent der Erwachsenen sind online.
In der Gruppe der 50-60jährigen sind es 70%, bei den über 60 Jahrigen verfügt nur noch gut ein Drittel über einen Internet-Zugang.
Das Verhältnis Männer/Frauen unter den Onlinern ist 73/59.

Internet-Zugang
48% DSL-Anschluss (vor allen in Großstädten)
29% ISDN-Anschluss
20% analog über ein Modem
Rest: Arbeitsplatz, Internetcafe, andere breitbandigen Zugänge (Kabel- und Glasfasernetz)

Es war Tilenius, jene den Google Schlüsselsatz "Ihr Handy wird zum Portemonnaie" verkünden durfte, einer griechischen Sage anmutend - Frau Tilenius um genau zu sein - Und sie hofft dabei natürlich auf weniger griechische Bilanzen. Der Kampf der Götter hat in dieser Sage zumindest unlängst begonnen.

"Google #Wallet" beginnt in New York und San Francisco. Der Rest der Vereinigten Staaten soll bis zum Sommer folgen. Dabei kann das Handy nicht nur bezahlen, sondern gleichzeitig auch noch Punkte auf der Rabattkarte gutschreiben. Mittelfristig will Google mit dem Handy das Portemonnaie mehr und mehr überflüssig machen und auch Flug- oder Theatertickets hinterlegen. Das bisher als modernste Zahlungsmittel geltende Internet Banking von zu Hause aus wäre damit auch schon wieder Geschichte.

Das Bezahlen per Mobiltelefon gilt als bislang unerschlossener Milliardenmarkt. Reine Internetbezahlplattformen ohne Marktanteil im Mobilfunk wären da über Kurz oder Lang bald draußen. Aber kaum hat Google sein Handy-Bezahlsystem vorgestellt, schon muss sich der Internetkonzern mit der Klage eines Konkurrenten aus besagter Branche auseinandersetzen. Die Ebay-Tochter Paypal, die ebenfalls an einem mobilen Bezahldienst als Erweiterung ihrer Internet Banking Bezahlplattform arbeitet, geht gegen zwei ehemalige Mitarbeiter vor, die jetzt wohl zentrale Rollen bei Googles Handy-Portemonnaie spielen. Die Ebay-Tochter #Paypal wirft Google, genauer gesagt Osama Bedier, der die Technologie an Handelsunternehmen vermarktet, Geheimnisverrat vor. Die zuständige Google-Managerin die die große Ankündigung machte, Stephanie Tilenius, soll demnach geholfen haben, Bedier abzuwerben, obwohl ihr das vertraglich untersagt gewesen sei. "Bedier und Google haben sich widerrechtlich Paypals Geschäftsgeheimnisse angeeignet, indem sie sie innerhalb von Google und mit großen Handelsunternehmen geteilt haben", heißt es in der Klage. Bedier wechselte im Januar zu Google, Tilenius bereits 2009. Das berichtete unter anderem die Finanznachrichtenagentur Bloomberg.

Google präsentierte sein System "Google Wallet" am Donnerstag. Die Idee ist, dass Kunden an der Kasse lediglich ihr Handy vor ein Terminal zu halten brauchen, um ihren Einkauf zu bezahlen. Vorerst kommt aber nur eine kleine Gruppe von Menschen in den Genuss des neuen Dienstes: die Besitzer einer Mastercard-Kreditkarte der Citibank und eines Google-Smartphones "Nexus S" aus dem Netz des drittgrößten US-Mobilfunkanbieters Sprint Nextel. Google-Managerin Tilenius rechnet jedoch damit, dass das Bezahlen per Handy sich rasch ausbreitet und 2014 die Hälfte aller Smartphones die nötige Technik besitzen.

Der Bekanntmachung des neuen Bezahlsystems von Google wird Impulskraft und marktanregendes Echo beigemessen. Seit Jahren wird über das Handy-Bezahlen gesprochen, konkrete Ansätze kamen jedoch kaum durch. Und für viele gilt Internet Banking auch noch immer als Innovation und nicht endgültig in seiner Verbreitung abgeschlossen. Mit genug Überzeugungskraft könnte aber das bequeme Handy Bezahlsystem bei manchem den Sprung zum modernen Bezahlen direkt ohne Vorerfahrung im Internet Banking bewirken, so meinen Einige. Da Googles #Android inzwischen das Smartphone- Betriebssystem mit dem größten Marktanteil ist, wird dem Internetkonzern eine starke Position in dem entstehenden Markt vorhergesagt. Die Paypal-Klage zeigt zugleich, wie hart umkämpft der neue Markt jetzt schon wird. Auch Mobilfunkanbieter, Banken - und angeblich auch Apple mit seinem iPhone - arbeiten an eigenen Diensten.

Google setzt auf die Funktechnik NFC (Near Field Communication), mit der Geräte miteinander auf kurze Entfernung kommunizieren können. "Es ist viel sicherer als Ihre Kreditkarte, die Sie in der Tasche haben", versicherte Tilenius. Passwörter sowie die Verschlüsselung der Daten sollen verhindern, dass Unbefugte mit dem Handy zahlen.

Tilenius versprach, dass "Google Wallet" ein offenes System sei. Nach Angaben des Unternehmens müssen die Partner keinerlei Gebühren für die Nutzung zahlen. Das wäre natürlich das endgültige aus für EC - und Kreditkarten. Es werde auch keine Bevorzugung Einzelner geben. "Jeder Partner kann mitmachen." Zu den ersten beteiligten Händlern zählen die US-Kaufhauskette Macy's, die amerikanischen Fastfood-Läden von Subways und die Wallgreens-Drogeriemärkte. Ob das Handy somit bald unser neues Future Identity Dongle würde, hab ich mich bei einer Diskussionsrunde gefragt und kam zu dem Schluss, dass es aber gegen die Iris unseres Auges nicht ankommen wird. Zumindest wenn es nach einigen unserer westlichen Sicherheitsexperten ginge.

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