Gabor Munier
Geschrieben von:

Gabor Munièr

Autor, freier Kolumnist, Essayist

Der Autor der Autoren

Wenn sie es doch nur wüssten!

150 Jahre Tchechow: Ich sterbe …

Preview Abbildung von Anton Tchechow

"Anton Tchechow" | photo by unknown photographer | provided by Wikimedia Commons | © Public Domain

Themen Bereich
Lesedauer: 3 mins

Anton Pawlowitsch Tschechow (Anton Pavlovič Čechov; * 17.jul./ 29. Januar 1860greg. in Taganrog, Russland; † 2.jul./ 15. Juli 1904greg. in Badenweiler, Deutsches Reich) war ein russischer Schriftsteller, Novellist und Dramatiker. Er entstammte einer kleinbürgerlichen südrussischen Familie und war Arzt von Beruf, betrieb Medizin jedoch fast ausschließlich ehrenamtlich. Gleichzeitig schrieb und publizierte er zwischen 1880 und 1903 insgesamt über 600 literarische Werke. International ist Tschechow vor allem als Dramatiker durch seine Theaterstücke wie Drei Schwestern, Die Möwe oder Der Kirschgarten bekannt. Mit der für ihn typischen, wertneutralen und zurückhaltenden Art, Aspekte aus dem Leben und der Denkweise der Menschen in der russischen Provinz darzustellen, gilt Tschechow als einer der bedeutendsten Autoren der russischen Literatur.

Wikipedia

Die meisten haben mehr Bücher von Autoren gelesen, die von Tchechow beeinflusst waren, als von Tchechow selbst: Der nüchterne Autor, der seinem lebenslangen Tuberkuloseleiden nach 64 Jahren in einem deutschen Hotel erlag, war dem Motto unverfälschter Nüchternheit seiner Theaterfiguren bis zum Schluss treu. 1 Sekunde vor seinem Tod sagte er mit trockener Miene zu seiner Frau: "Ich sterbe ..."

Wenn sie es doch nur wüssten! Anton Tchechow glaubte nicht an die Weisheit oder Leitsätze, wie: "Hör auf dein Herz". Er glaubte ans Leben. An die Nüchternheit des Lebens, die sich für ihn nicht mit der #Faszination fürs Leben widersprach. Der Medizin-Student, der neben seinem Studium leidenschaftlich gern und viel schrieb, wandte sich der Literatur erst vollends zu, als er von dieser leben konnte. Dabei wollte er jegliche Subjektivität und Überspitzung  soweit es ging vermeiden.

"Das Leben in all seiner Nüchternheit wie ein Chemiker zu beschreiben", das war sein Ziel. Dabei entwickelten seine Figuren eine für seine Theaterstücke berüchtigte, so dermaßen intensive Trockenheit, dass diese ungewollt schon bis hinzu einer tragisch-komischen Überspitzung der Figuren gelangte, und eine dramaturgische Wirkung erzielte, die weitaus intensiver war, als die klassische Form der subjektiven emotionalen Überdimensionierung, die das Publikum gewohnt war.

Anton Tchechow war Leitbild vieler Autoren-Generationen nach ihm, Lehrgegenstand von Theaterschulen seit Jahrzehnten, und einer der meist gespieltesten Theaterautoren der Jahrhundertwende, bis heute. Seinem lebenslangen Kampf gegen Tuberkulose entgegnete er mit gleicher Trockenheit wie seine Theaterfiguren und blieb der Nüchternheit seiner Figuren und Texte bis zum Schluss treu. Das Ende der Schlussszene war unerwartet in einem Hotelzimmer eingeläutet worden. Kurz vor seinem Tod sagt er nüchtern auf russisch zu seiner Frau: "Ich habe noch nie Champagner getrunken." Wir schreiben das Jahr 1905, 15. Juli, in einem Hotelzimmer in Badenweiler. Dann sagte er auf deutsch zu ihr: "Ich sterbe." 1 Sekunde danach war Tchechow verstorben.

Geboren wurde Anton Pawlowitsch Tchechow am 29. Januar 1860 in Taganrog, Russland in einer kleinbürgerlichen südrussischen Familie und war Arzt. Zwischen 1880 und 1903 schrieb er über 600 literarische Werke. International ist Tschechow vor allem als Dramatiker durch seine Theaterstücke wie Drei Schwestern, Die Möwe oder Der Kirschgarten bekannt. Mit diesen sowie mit zahlreichen seiner Erzählungen, Novellen und Kurzromane, die auf eine für ihn typische wertneutrale und zurückhaltende Art und Weise Aspekte aus dem Leben und der Denkweise der Menschen in der russischen Provinz darstellen, gilt Tschechow als einer der bedeutendsten Autoren in der russischen Literatur des ausgehenden 19. Jahrhunderts und der Jahrhundertwende.

Add new comment

The content of this field is kept private and will not be shown publicly.

Plain text

  • No HTML tags allowed.
  • Lines and paragraphs break automatically.
  • Web page addresses and email addresses turn into links automatically.