Britta Leuchner
Geschrieben von:

Britta Leuchner

Filmkritikerin, freie Publizistin

Filmrezension

Die dunkle Wahrheit

Eine Kritik zum Kino-Film

Preview Abbildung des BluRay DVD Covers zum Kinofilm - A Dark Truth

BluRay/DVD Cover zum Kinofilm "A Dark Truth" aus dem Jahr 2012, mit den Schauspielern Forest Whitaker, Andy García und Eva Longoria. (v.l.n.r.)

Themen Bereich
Lesedauer: 5 mins

A Dark Truth (EN) | Die dunkle Wahrheit (DE) | 2012

Regie: Damian Lee
Drehbuch: Damian Lee
Originalsprache: Englisch
Produzenten: Gary Howsam, Bill Marks
Musik: Jonathan Goldsmith
Kamera: Bobby Shore
Schnitt: William Steinkamp

Schauspieler (Cast):

Lloyd Adams: Ben
Alfredo Álvarez Calderón: General Aguila
Josh Bainbridge: Mattie
Danielle Baker: Reporter
Steven Bauer: Tony Green

Produktion: Vortex Words Pictures
Produktionsland: Kanada
Länge: 106 Min. | Freigabe: FSK 16

Kinners! Ist das euer Ernst?!? 'Hand klatscht auf den Tisch' … 'Dann vor den Kopf' … Es ist doch nicht zu fassen! Aber ich hatte es ja schon geahnt. Wie die Lämmer zur Schlachtbank. Nur weil jemand "Peace & Harmony" blööögt, wird alles verziehen. Schlimmer noch: Ich fürchte fast, Viele merken es nicht einmal. Und mich fragte man allen Ernstes noch letztens hier ob ich "da denn nicht die Asylum-Variante eines Filmes versehentlich bewertet hätte". Und da man ja auf Grund der Unterirdischkeit, die Originale heute offensichtlich kaum noch von den Asylum-Varianten unterscheiden kann, hätte es mich auch gar nicht gewundert, wenn es wirklich so gewesen wäre. Da so wenig wie hier.

Ich habe mindestens 10 mal innerhalb des Filmes überlegt, ob ich versehentlich die Asylum-Variante schaue und ob ich ihn ausmachen soll und habe ihn, ja, wegen der guten Film-Motivation(!), dann doch angelassen und ihn mir durch die Lücke zweier leicht gespreizter Finger der vorgehaltenen Hand des Fremdschämens vor meinem Gesicht bis zu Ende rein gewürgt.

Großer Gott! So viel Wille zu Gutem und so viel schlecht Umgesetztes auf einem Haufen habe ich wirklich schon lang nicht mehr gesehen. Und die Dialoge hörten und hörten nicht auf peinlich zu sein. Es fehlte nur noch Free Willy, Flipper und Lessie im Bild. Es gab nicht einen kurzen Moment Pause in der Peinlichkeit des Drehbuchs, wo ich nicht unangenehm peinlich bedrückt davon war, #Schauspieler wie Garcia diese seifig schleimig die Leinwand herunter triefenden Sätze sagen zu hören, als wären die Botox-Lippen der Beiden Co-Chicas von Pro- und Antagonist aufgeplatzt. Mir kam es so vor, als würde ich einer Miss-Amerika-Wahl ungebeten beiwohnen und wir wären gerade an dem Punkt angelangt, wo sie während sie an ihren Nippeln herumspielen sagen müssten: "Ich bin für den Weltfrieden". Und das anderthalb Stunden lang! Zumindest scheinen die beiden Damen der Leitwölfe den gleichen Chirurgen zu haben, Dr. #Botox. Was ist nur aus Mrs. "The Game" geworden? Hilfe ist mir schlecht.

Ja die Motivation des Filmes ist großartig. Aber wo bleibt der Respekt vor den zu erreichenden Zielen? Wo bleibt der Weitblick, was man mit solch einem peinlichen #Gutmensch Streifen letztendlich (eben nicht!) bewegt, wenn der übel riechende erhobene Zeigefinger die ganze Zeit mit schlechten Texten unterlegt an der Greenbox-Wand der schlecht ausgeschnittenen Haare des Bösewichts vor der Skyline der fiktiven Stadt kleben bleibt?? Wo bleibt der Respekt vor den Menschen und ihrem Beruf, wenn die Gewerke eines Filmes so dermaßen gegen die selbige Wand gefahren werden? Der Respekt vor dem Zuschauer, dessen Verstand nach der Lüge dass es "gerechte Kriege" gäbe doch nun oft genug beleidigt wurde. Garcia muss im Kinosessel versunken sein, als er die erste Vorführung gesehen hat. Und er hat den Film auch noch mit produziert. Um Himmelswillen! Es ist also auch noch sein Geld, was da von Dilettanten verballert wurde! Auwei. Hätte er ihnen doch lieber Rückstellungsverträge gegeben und abgewartet, was am Ende am Schnittplatz heraus kommt. Spätestens da hätte ich einen Anwalt eingeschaltet! Eine Doku über solche Ereignisse wäre übrigens mein Vorschlag gewesen sich dem Thema zu nähern.

Und bei aller gut gemeinten Motivation, was soll eigentlich bitte die Ganze Zeit das sinnlose und völlig flache "Gelalle" von der Wahrheit und davon das "Richtige" zu tun?!? Wenn wir doch bitte endlich mal eines aus unserer Geschichte gelernt haben sollten, dann dass viele Ungerechtigkeiten im Namen der Gerechtigkeit verübt werden und Plattitüden über "das Wahre" und "das Richtige" genau das sind, was wir NICHT brauchen und immer und immer wieder falsch machen. Und was dieser Film eigentlich kritisieren will.

"Es ist nie zu spät das Richtige zu tun!" Großer Gott. Was ist das denn bitte für ein unreflektierter Müll. Ist das der Beichtstuhl? Erst ballern wir ein paar Leute ab und dann senken wir das Haupt und drehen einen schlechten Film über die sogenannte Wahrheit, die nun offenkundig von ein paar hirnverbrannten Filmleuchten ENDLICH gefunden wurde, wo sie doch von allen Philosophen der letzten Jahrhunderte so verzweifelt gesucht und nicht gefunden wurde? Ich bin froh, dass wir endlich aufgeklärt wurden und noch froher bin ich darüber, hier so viele positive Kritiken zu diesem Film zu lesen, denn das erklärt mir jetzt endlich auch die Bilanz im Kino … Literaturpreise für schlecht geschriebene Emigranten-Dramen und den Oscar bitte für Botox-Mamas unpersönlichen Kuss, den sie ihrem Mann gab als hätte sie selbst den Mordauftrag gegeben, bevor er in das Höllenkommando abreist um die Welt vor einem bösen Konzern und seinem Generals-Lakaien zu retten.

1 Punkt für die Motivation und den kleinen Jungen: Der Einzige, den ich in diesem Streifen in seinem Spiel nachvollziehen kann und dem ich seine Rolle glaube, ist der kleine "Cowboy", wie er seinen Sohn ganz einfallsreich liebevoll nennt (Achtung Ironie), der die ganze Zeit phlegmatisch und verstört auf die Wanduhr starrt und wahrscheinlich genauso wenig wie ich fassen kann, was da am Drehort grad passiert und wie lange es wohl noch andauern wird ...

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