Britta Leuchner
Geschrieben von:

Britta Leuchner

Filmkritikerin, freie Publizistin

Rezension

Wim Wenders

Zu einem Jahrhundert-Filmemacher

Preview Abbildung von Wim Wenders

"Wim Wenders pour Nouvel Écran". 1971 gründete Wenders mit anderen Autorenfilmern des Neuen Deutschen Films den Filmverlag der Autoren. 1973 gelang ihm mit "Alice in den Städten" der künstlerische Durchbruch. 1976 machte er sich mit seiner eigenen Produktionsfirma "Road Movies Filmproduktion", in Berlin unabhängig. Seit 2003 ist er Professor für Film an der Hochschule für bildende Künste Hamburg. | photo by Nouvel Écran | provided by Wikimedia Commons | © CC BY-SA 4.0

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Lesedauer: 2 mins

Zu einigen Kommentaren im Netz, die einen unbestritten zu der Liste der Jahrhundert-Filmemacher zählenden Menschen, entweder als belanglos verreißen wollen, oder über den Himmel Berlins hinaus loben wollen, möchte ich sagen, dass es weniger auf die Person als die Dinge die diese Person ausstellen möchte gehen sollte.

Es gibt 3 Filme von ihm, die ich wirklich sehr schätze: Paris, Texas sowie Nick's Film - Lightning Over Water und Lisbon Story. Ansonsten halte ich nicht viel von Personenkult und dabei weder in der Pro noch Contra Version. Ich könnte es auch negativ ausdrücken und formulieren: nur weil er drei Filme gemacht hat, die ich mag, heißt das nicht für mich, dass er ein großartiger Mensch wäre, was auch immer das sein mag. Aber es hieße auch nicht, dass er das Gegenteil davon ist. Ich kenne ihn nicht persönlich. Also kann ich auch nichts über ihn sagen. Das sollten Einige andere vielleicht auch beherzigen.

Warum eine allgemeine Debatte bezüglich der Rezension von Menschen ausgerechnet an dem Menschen Wim Wenders? Nun, erstens weil ich denke, dass er ungeachtet dessen, dass es dabei um ihn geht, mir zu jedem anderen Menschen da zustimmen würde und weil ich oft bei solchen Debatten genau an seine Filme denken muss, die einem immer wieder unterschwellig sagen, dass wir zwar versuchen können alles um andere und über sich zu erfahren, aber es nie endgültig erreichen werden.

Ich habe nach einigen persönlichen Erfahrungen im Bezug zu solchen Fehl-Annahmen den Entschluss gefasst, dass man sich sehr sehr stark irren kann in eigener Vorstellung wie/wer jemand ist, nur weil man sein künstlerisches Schaffen glaubt zu kennen. Damit bin ich sehr vorsichtig geworden.

Ich liebe Wim Wenders nicht dafür, dass er Paris Texas gemacht hat (Zitat), sondern wenn dann liebe ich höchstens Paris Texas. Das ist ein Unterschied. Ein Film, den mehrere Menschen geschaffen haben und wo Wim Wenders sicher einen maßgeblichen von mir hochgeschätzten Teil zu beigetragen hat.

Aber ich werde weder ihn noch irgendeinen anderen Film von ihm automatisch mögen, nur weil es ein Wim Wenders Film ist. Noch sollten andere irgendeinen Film aus diesem Grunde automatisch nicht mögen. Es könnte höchstens passieren, dass der Umstand dass es ein Wim Wenders Film ist, ein Grund für mich wäre ihn auf die Sichtungsliste zu setzen.

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